Samstag, 16. April 2011

Praktikum in Indien

Nun wird es wieder Zeit fuer einen kleinen Bericht aus Indien. Es wird heisser und heisser, mittlerweile sind die Mangos reif und gluecklicherweisse gibt es auch ein paar Mangobaeume im Garten.
In meinen restlichen Tagen in Aluva, hatte ich die Moeglichkeit viele soziale Einrichtungen zu besuchen. In zwei Einrichtungen hatten haftentlassene Maener die Chance sich fuer ein halbes Jahr an das Leben ausserhalb des Gefangnises zu gewoehnen, des weiteren hatte ich die Moeglichkeit ein Zuhause fuer 20 psychisch kanke Frauen kennen zu lernen. Besonders beruehrt hat mich ein Heim in dem 110 schwerst geistig behinderte Frauen und Maedchen leben, die meisten von ihnen wurden von ihren Familien verstossen, teilweisse hat man sie hilflos am Bahnhof  liegend gefunden. Es gibt noch viele Menschen die aufgenommen werden koennten, aber die Kapazitaeten sind schon jetzt gesprengt. In zwei weiteren Heimen leben Frauen, die aus unterschiedlichen Gruenden nicht mehr zu Hause wohnen koennen, z.B. sind zwei geistig
 behindert, andere haben psychische Probleme, eine wurde von ihren Eltern zur Prostitution gezwungen, und eine Frau war 15 Jahre im Gefaengins, weil sie ihr Kind umgebracht hat. Jede der Frauen hat ihre eigene tragische Geschichte.  Zuletz war ich noch in einem Zentrum, in dem fuer 6 Wochen Menschen mit einer Alkohol- oder Drogensucht aufgenommen werden und vor Ort therapiert werden.
In den verschiedenen Einrichtungen, die von Nonnen verschiedener Orden oder von Pfarrern gefuehrt werdn, war es unglaublich interessant. Die meisten z.B. der Gefangenen  sprachen Englisch, so konnte ich mich gut mit ihnen unterhalten, auch ein paar der jungen Frauen konnten Englisch oder haben sich zumindest sehr bemueht, sich mit mir zu verstaendigen. Letzte Woche bin ich dann von Aluva nach Trivandrum gefahren, hier habe ich zwei Tage in einem Heim fuer haftentlassene Frauen verbracht. Die meisten von ihnen kamen allerdings aus anderen Gruenden, da die Haftetnlassenen mittlerweile von ihren Familien wieder aufgenommen werden. Was mit Sicherheit auch mit der Familienarbeit, die hier Schwestern und Pfarrer leisten zu tun hat.
Da Trivandrum unmittelbar in der Naehe von den schoenen Straenden in Kovalam und Verkala liegt, habe ich noch ein paar Tage am Meer verbracht. Auch diese Zeit konnte ich sehr geniessen, dies war der erste Ort an dem ich Touristen gesehen habe. Es
 waren viele Backpacker unterwegs, mit denen ich gemuetlich in den Tag gelebt habe. Wir konnten schoene Sonnenuntergaenge geniessen, in einem der zahlreichen unmittelbar an den Klippen gelegenen Restaurants essen, zusammen Fussball spielen oder bei einem tropischen Regen einen Film schauen. Die indischen Restaurantbesitzer und Verkaeufer konnten sehr gut Englisch und waren an vielen Gespraechen mit ihren Kunden interessiert. Die Tage in den touristischen Orten waren eine neue Erfahrung, da es ausserhalb der Saison war, war nicht viel los. Man hat gemerkt das die Menschen hier auf den Tourismus angewiessen sind  und darum gebetelt haben, dass man etwas kauft. Hier ist es mir manchmal schwer gefallen einfach weiter zu laufen, da ich das Gefuehl hatte, dass es wirklich ein gerechtfertigtes betteln war, aber man kann ja auch nicht in jedem Geschaeft etwas kaufen. Mit dem Betteln allgemein in Indien finde ich schwierig umzugehen, da man als “Weisse” so oft angesprochen wird, dass es unmoeglich ist jedem etwas zu geben. Manchmal frag ich mich dann, wieso ich dem jetzt was gegeben habe und dem vorher nicht, man macht es irgendwie aus dem Gefuehl heraus. Es ist sehr schwierig es auszuhalten einem nichts zu geben, der 10 min. vor einem steht und so aussieht als ob er morgen nicht ueberleben wird. Ich denke hier gibt es nicht wirklich die eine richtige Loesung, sondern jeder muss seinen eigenen Weg finden, damit umzugehen.
Nachdem ich am Mittwoch 11 Stunden im Zug verbracht habe, bin ich wieder in Kottur, hier war ich in meinen ersten Tagen. Mittlerweile haben die Maedchen Ferien, die Haelfte der Kinder ist hier geblieben , sie bekommen von Sr. Jacinta Englischunterricht. Es ist schoen wieder hier zu sein, da ich mich hier sehr wohl fuehle und die Maedchen und Schwestern schon kennen.
Viele gruesse aus Indien







Samstag, 9. April 2011

Mittwoch, 6. April 2011

Praktikum Indien


Die Koeche des Internates in Mothkur


Ein Haus in Motkur
100 m weiter
Spielstunde fuer die Kinder im Internat in Mothkur

Das Heim in Aluva
Im Garten wachsen saemtliche Fruechte und wie ueberall in Suedindien Banannen

Montag, 4. April 2011

Praktikum in Indien

Hallo an Alle, die den Fruehling in Deutschland geniessen koennen. Schaetzt ihn, ich haette gerne ein paar Grad weniger. Meine letzte Woche in Mothkur war fuer mich nochmal eine aufschlußreiche Zeit. Zunächst hatte ich die Moeglichkeite ein weiteres Dorf zu besuchen, außerdem  einen Tag lang den Pfarrer zu begleiten. Bei dessen Besprechungen und Verhandlungen mit den Dorfbewohnern dabei zu sein gab mir einen lebendigen, tiefgründigen Einblick in das Leben und die Probleme der Bevölkerung. Da dies fuer die Bewohner ein wichtiger Tag war, trugen alle Frauen einen Sari, da konnte ich natuerlich nicht mit einer Hose und T-shirt auftauchen, wie unangemessen! Eine Dorfbewohnerin gab ihr Bestes aus mir eine Inderin zu machen. Ich wurde in einen Sari gewickelt, Blumen in die Haare, weissen Puder in´s Gesicht    (wir versuchen mit aller Macht braun zu werden und hier pudert man sich weiss ein!!). War ein anmutiges aber auch humorvolles Erlebnis. Ausserdem fuehrte ich verschiedene Interviews mit Schuelern, Pfarrern, Eltern und  erhielt  einen tiefgründigen Einblick in ganz eigene, unterschiedliche Sichtweisen. Wir besuchten verschiedene Familien, die in der Naehe des geplanten Schulgebaeudes wohnen, um einen Eindruck von den Lebensbedingungen zu bekommen. Lehrreich und erstaunlich, den ganz normalen Alltag in einem Internat zu erleben, zu sehen wo fuer 400 Schueler gekocht wird, wo gegessen und geschlafen wird „naemilch am Boden“. Wie die Schueler zum groessten Teil sich selbst organisieren, natuerlich unter den wachsamen Augen der Schwestern. Abgesehen davon waren die Schwestern und der Pfarrer hier sehr humorvoll und locker. Wir spielten zusammen Karten, puenktlich um neun Abends wurde eine Soap angeschaut und natuerlich die Cricket WM, das absolute Highlight. Am Samstag erteilte ich dem Pfarrer drei Stunden Deutschunterricht. Die Schwestern wollten ein paar Gymnastikuebungen aus Deutschland kennenlernen, am letzten Abend haben wir dann Bauch Beine Po Uebungen gemacht, war sehr amuesant. Am Montag hiess es dann Abschied nehmen und 27 h zurueck nach Kerala fahren, diesmal alleine, trotzdem war es recht kurzweilig. Mit meinen Mitreisenden spielte ich Monopolie, auch sonst war es sehr unterhaltsam. Es erstaunt mich immer wieder, wie aufgeschlosssen, hilfsbereit und freigiebig (Essen wird einem regelrecht aufgedrängt) die Menschen Fremden gegenüber hier sind.
Nun bin ich seit fast einer Woche in Aluva in einem Heim fuer Maedchen, deren Eltern im Gefaengnis sind oder z.B. auf der Strasse leben, manche wurden auch sexuell missbraucht. Hier sind momentan nur 6 Maedchen und es herrscht ein sehr familiaeres Verhaeltnis. Das Ziel der Schwestern ist es, ihnen ein Zuhause zu geben, in der Hofffnung auf eine gute bzw. besssere Zukunft. Ein Maedchen lebte drei Jahre mit ihrer Mutter auf dem Bahnsteig. Diese und andere erschütternden Erlebnisse prägen das Verhalten der Betroffenen. Aluva, ein Einblick in menschliche Abgründe, aufwühlend erfahrungsreich. Am Donnerstag gestaltete die Gruppe für mich ein Abendprogramm. Die Mädchen führten Tänze vor, sangen Lieder, sagten Gedichte auf, sie sind in dieser Hinsicht sehr kreativ. Es war ein schoener, stimmungsvoller Abend.    Und – es gibt hier einen Computer juhu, endlich kann ich die Berichte fuer die Hochschule schreiben. 
Wie gesagt genießt den Fruehling in Deutschland, hier muss man mehrmals am Tag das T-Shirt wechseln, weil es einfach heiss  und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist.
Lg aus Indien
Saskia  




So sieht ein Maennerfriseursalon in Indien aus

Beim Besuch eines Dorfes in dem keiner der Erwachsenen lesen oder schreiben kann und ploetzlich klingelt das Handy




Hier haben wir eine Familie besucht die Saris herstellen, war sehr spannend, es steckt viel Arbeit dahinter
 Kerala
 Schuelertransport, einer geht noch rein oder?
Taegliches Ritual vor der Schule